Bluegrass und Country - Lindemann-Nidderau

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Bluegrass & Country
Anfänge

Der Bluegrass entstand in den Jahren 1937 bis 1945 in den Bergen von  Kentucky und Tennessee. Zu dieser Zeit experimentierte der  Mandolinenspieler
Bill Monroe mit Old-Time-Fiddle- und  Hillbilly-Stücken, angloamerikanischen Balladen, afroamerikanischer  Tanzmusik und
traditionellem Gospel-Harmoniegesang. Er formte daraus  eine von Swing- und Blueselementen angereicherte Form der Country-Musik.
Gegen Ende dieser Phase heuerte er den jungen Banjospieler Earl  Scruggs an, der den Dreifinger-Stil seines Heimatstaates North Carolina
zu hoher Geschwindigkeit und Präzision perfektioniert hatte und damit  den Sound der Band erheblich dynamisierte.
Die Band trug den Namen „Bill  Monroe and his Blue Grass Boys“, als Reminiszenz an den „Bluegrass  State“ Kentucky.
Der Begriff Bluegrass bezeichnet die aufgrund des  nährstoffreichen Bodens blaugrünen Blätter des Wiesen-Rispengrases. '
Der  neue Stil wurde von den Medien deshalb später als Bluegrass bezeichnet.
Der Bekanntheitsgrad der Blue Grass Boys wurde durch ihre Auftritte  in der weithin hörbaren, wöchentlichen Radiosendung „Grand Ole Opry“
aus  Tennessees Hauptstadt Nashville gesteigert, bei der Bill Monroe von  1939 bis zu seinem Tod im Jahr 1996 Mitglied blieb.
Zu ihrem frühen  Repertoire gehörten der „Muleskinner-Blues“ und der später auch von  Elvis Presley gecoverte „Blue Moon of Kentucky“.
Mit Bill Monroes Gitarristen Lester Flatt gründete Earl Scruggs 1948  die Foggy Mountain Boys, die außer mit den damals unerreichten
Banjoinnovationen noch mit originellen Texten und später auch mit der  Dobro als Leadinstrument breitere Zuhörerkreise und auch das
Fernsehpublikum erreichten.
Weitere stilbildende Musiker des Bluegrass der Gründerjahre waren der  Banjospieler Don Reno und die Brüderpaare Carter
und Ralph Stanley,  Bobby und Sonny Osborne, Jim und Jesse McReynolds und Bands wie Hylo  Brown and the Timberliners.
Die Rolle des fünfsaitigen Banjos im Bluegrass

Das 5-String-Banjo ist das unverzichtbare Instrument in allen  Bluegrassbands. Während die meisten Banjospieler im Scruggs-Style  spielen,
bei dem Melodietöne in überwiegend dem Hintergrundakkord  entnommene Fülltöne eingebettet werden, wurde von Bill Keith und
Bobby  Thompson unabhängig voneinander in den 60er-Jahren der sogenannte  Melodic Style entwickelt, bei dem alle gespielten
Töne Melodietöne  beziehungsweise Zwischentöne der Melodietöne sind. Heute bekanntester  Musiker dieses Stils ist Béla Fleck.
Zeitgenössischer Bluegrass

Am Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre kam es vermehrt zu  Auftritten von Bluegrassbands an Universitäten und bei Folkfestivals
wie  dem in Newport, Rhode Island. Durch diese Kontakte der eher kommerziell  und südstaatlich geprägten Hillbillys mit einer bis dahin
von Alan  Lomax, Charles Seeger oder auch dessen Söhnen Mike und Pete Seeger  getragenen Kulturmusikszene erwuchs dem Bluegrass
nicht nur eine  staatenweite Marktbasis, es kam auch zum Zustrom innovativer jüngerer  Musiker wie Byron Berline,
Bill Keith, Peter Rowan, Clarence White, Tony  Rice und David Grisman.
Seit den späten 1960er-Jahren greifen auch andere Musiker wie  beispielsweise Grateful Dead den Bluegrass auf.
Dadurch entstanden neue  Stile wie Newgrass und Jazzgrass. Auch Country-Rock-Bands wie die Eagles  oder Poco verwendeten Stilmittel
des Bluegrass in ihren Stücken. Anfang  der 1980er hielt Bluegrass in einer poppigeren Version und teilweise  auch mit Schlagzeuguntermalung
wieder stärker Einzug in die kommerzielle  Country-Musik, als der sogenannte Neo-Traditionalismus Einfluss gewann.
Anfang der neunziger Jahre wurde Bluegrass erneut populär. Seit 1991  existiert die International Bluegrass Music Hall of Fame,
die von der  International Bluegrass Music Association betrieben wird und jährlich  stilprägende Künstler mit der Aufnahme auszeichnet.
Seit der  Jahrhundertwende kamen neue Bluegrass-Bands wie die Infamous  Stringdusters auf, die in ihrer Musik auch Old-Time
und Americana  vereinigen. In den späten 90ern wandte sich Dolly Parton vermehrt dem  Bluegrass zu; auch die Dixie Chicks
hatten phasenweise starke  Bluegrasseinflüsse in ihrer Musik, ebenso wie Alison Krauss und Rhonda  Vincent.
Über Internetradiostationen wie Bluegrasscountry.org lässt sich  die Musik heutzutage weltweit hören.
Cinty
Dueling Banjos
Mountain Dew
Red River Valley
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